Europäische Aufsichtsbehörden bündeln Kräfte gegen illegales Online-Glücksspiel
Geschrieben von Lars Reed · 24.5.2026

Europäische Aufsichtsbehörden bündeln Kräfte gegen illegales Online-Glücksspiel

Regulierungsbehörden aus mehreren europäischen Ländern haben gemeinsam mit der deutschen Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder eine Erklärung veröffentlicht in der sie Maßnahmen zur Bekämpfung illegaler Online-Glücksspielangebote festlegen und zwar durch verstärkten Informationsaustausch Druck auf digitale Plattformen zur Sperrung unzulässiger Werbung sowie die Übernahme bewährter Durchsetzungspraktiken. Die Ankündigung erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Herausforderungen bei der Kontrolle grenzüberschreitender Angebote und betrifft insbesondere Plattformen die ohne nationale Lizenz operieren.
Regulatorischer Rahmen in Deutschland unter dem GlüStV 2021
Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 bildet die Grundlage für die Lizenzierung von Online-Casino-Tischspielen wie Roulette in Deutschland und legt klare Anforderungen an Anbieter fest die eine Genehmigung der GGL anstreben. Unter diesem Regelwerk müssen Betreiber strenge Vorgaben zu Spielerschutz und Werbebeschränkungen einhalten während unzulässige Angebote weiterhin über das Internet zugänglich bleiben. Behörden beobachten dass zahlreiche Plattformen ohne entsprechende Erlaubnis Roulette-Varianten und ähnliche Spiele anbieten was zu laufenden rechtlichen Auseinandersetzungen führt.
Laufende Gerichtsverfahren und ihre Auswirkungen
Mehrere Verfahren vor deutschen Gerichten beschäftigen sich mit der Durchsetzung des GlüStV 2021 gegenüber Anbietern die ohne Lizenz agieren und dabei auch Intermediäre einbeziehen die Werbung oder Zahlungsabwicklungen ermöglichen. Diese Prozesse verdeutlichen die Schwierigkeiten bei der Identifikation und Blockade illegaler Inhalte und führen zu Präzedenzfällen die künftige Enforcement-Maßnahmen beeinflussen. Die beteiligten Behörden nutzen die gewonnenen Erkenntnisse um ihre Strategien in der Zusammenarbeit mit europäischen Partnern zu verfeinern.
Geplante Novelle und ihre Umsetzung ab 2026
Eine Änderung des bestehenden Regelwerks soll im Laufe des Jahres 2026 in Kraft treten und zielt darauf ab die Durchsetzungsinstrumente gegenüber Intermediären zu stärken indem beispielsweise Haftungsregelungen für Werbeplattformen und Zahlungsdienstleister erweitert werden. Die Novelle baut auf den Erfahrungen aus der gemeinsamen europäischen Erklärung auf und soll den Behörden zusätzliche Werkzeuge an die Hand geben um illegale Angebote effektiver zu unterbinden. Experten verweisen dabei auf Berichte wie den November 2025 erschienenen Bericht zum illegalen Glücksspiel in der EU der Daten zu grenzüberschreitenden Aktivitäten zusammenfasst und als Grundlage für koordinierte Aktionen dient.

Informationsaustausch und technische Maßnahmen
Im Mittelpunkt der gemeinsamen Erklärung steht der verbesserte Austausch von Daten zwischen den nationalen Behörden was eine schnellere Identifikation illegaler Plattformen ermöglicht. Gleichzeitig üben die Regulatoren Druck auf große digitale Anbieter aus damit diese Werbeanzeigen für nicht lizenzierte Glücksspielangebote blockieren und so die Reichweite illegaler Inhalte einschränken. Best Practices aus verschiedenen Ländern werden dabei zusammengeführt um einheitliche Vorgehensweisen bei der Sperrung von Domains und der Verfolgung von Betreibern zu etablieren.
Implikationen für den deutschen Markt
Für den Bereich der Online-Tischspiele wie Roulette ergeben sich aus der Kooperation direkte Konsequenzen da die GGL ihre Kontrollmöglichkeiten durch die europäische Vernetzung ausweitet. Anbieter die bereits eine Lizenz nach dem GlüStV 2021 besitzen profitieren von klareren Wettbewerbsbedingungen während die geplanten Verschärfungen ab 2026 auch Auswirkungen auf Werbepartner und technische Dienstleister haben werden. Die laufenden Entwicklungen zeigen dass die Behörden auf eine Kombination aus regulatorischen Anpassungen und internationaler Zusammenarbeit setzen um den Markt nachhaltig zu ordnen.
Fazit
Die gemeinsame Initiative der europäischen Regulatoren einschließlich der deutschen GGL markiert einen Schritt hin zu stärker koordinierten Maßnahmen gegen illegales Online-Glücksspiel und bereitet den Boden für die Umsetzung der Novelle im Jahr 2026. Durch den Fokus auf Informationsfluss Plattformverantwortung und bewährte Enforcement-Methoden entsteht ein Rahmen der sowohl den Schutz der Spieler als auch die Position lizenzierter Anbieter unter dem GlüStV 2021 unterstützt. Die laufenden Verfahren und die anstehenden Änderungen werden die Praxis in den kommenden Monaten weiter prägen.